12 Januar 2019

Es ist so schwer, einen gut bezahlten Job zu finden.

Ich bin keine Ärztin.
Ich bin keine Pilotin.
Ich bin auch sonst keine Akademikerin.

Und ich bin zu dumm, um studieren zu gehen, einem Studiengang nachzugehen, der gutes Geld verspricht. Dafür bin ich zu dumm, und ich kann es einfach nicht. Ich verstehe die einfachsten Zusammenhänge nicht. Ich verstehe rein gar nichts. Ich bin an dem, was ich eigentlich kann, wegen der Aufregung gescheitert. Es ist frustrierend, denn was ist schon ein guter Job? 

Ich will morgens aufstehen und mich nicht übergeben müssen bei dem Gedanken, zur Arbeit zu fahren. Aber es ist schwierig, einen solchen Job zu finden, denn ich kriege bei fast allen Kollegen das Kotzen. Es sind Menschen, die wie Kinder sind. Es ist wie in der Schule. Sobald du in einem Raum mit anderen Kindern bist, verhältst du dich anders. Revierverhalten. Kindergarten. Und sobald du deine scheiß Arbeitsklamotten ausgezogen hast, bist du wieder "normal". Es ist ein trauriges Schauspiel und ich kotze jedes Mal. 

Ich bin auf der einen Seite neidisch, auf der anderen hasserfüllt. 

Anzugträger. Ich hasse sie alle. Es sind Geschäftsmänner, die mich dann nach der Arbeit privat anschreiben und meine Pisse oder meine verdreckten Unterhosen kaufen wollen. Es sind Geschäftsmänner, die sich bei mir ausheulen und finanziell ausgebeutet werden wollen, weil sie nicht wissen, wohin mit ihrem Geld. Aber das ist keine Perspektive für mich. Ich will nicht mein Leben lang Domina spielen, um ein bisschen Geld zu haben. Ich will was Richtiges machen. Etwas, das mir Spaß macht. Aber es ist schwer, so schwer. 

Studieren? Das klingt wie die Hölle.

Eine Universität betreten, wo ich absolut niemanden kenne, und dann auch noch Menschenmassen sind, nein. Ich kann es mir nicht vorstellen. Ich werde mich inmitten von so vielen Menschen wie der einsamste Mensch der Welt fühlen. Ich kann es mir nicht vorstellen. Meine Angst lässt es nicht zu, dass ich studiere, dabei könnte ich etwas aus mir machen. Aber ich bin schon bei meiner letzten Abschlussprüfung gescheitert. Warum? Aufregung. Ekelhaft. Bitter. Es ist ärgerlich. Aufgeben? Nein. Das werde ich nicht. Aber mein Weg wird dafür umso härter, umso schwieriger, weil ich nichts beim ersten Mal gebacken kriege, rein gar nichts. Alles, was bislang mit Prüfungen zu tun hatte, musste ich mindestens einmal wiederholen, weil ich zu aufgeregt war, weil ich Druck hatte, weil ich einfach Angst hatte zu versagen. Und diese Angst lässt mich nicht los. Es ist schwer, mit dieser Angst zu leben und ich weiß nicht, ob ich es schaffe, sie jemals zu bekämpfen.

Ich weiß, dass Geld nicht das wichtigste Gut im Leben ist. Aber es erleichtert so vieles. Mit Geld könnte ich in den Urlaub fliegen und somit dem Alltag entfliehen. Doch die Dummheit hält mich davon ab.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen