Ich bin am Ende. Dass er jetzt seit fast einem Monat auf der Strasse lebt, ist etwas, was ich einfach nicht verkraften kann. Ich kann es einfach nicht.
Er hat mir so oft weh getan. Mich so unendlich oft verletzt.
Und trotzdem sitze ich nachts wach und frage mich: Ist ihm kalt? Hat er was zu essen? Kommt er klar?
Ich wünschte, es wäre nie so weit gekommen. Ich wünschte, er hätte sich von Anfang an um mich gekümmert, vor genauer gesagt mehr als 20 Jahren. Hätte er sich gekümmert, wäre er ein vernünftiger Mensch, vielleicht wäre alles nicht so weit gekommen.
Trotzdem zerreißt es mir das Herz. Ich sitze im warmen, während er sein Geld für Hotels ausgibt, damit er ein Dach über dem Kopf hat. Alleine. Einsam?
Der Gedanke, dass er einfach alleine ist und niemanden hat, zerreißt mich. Und eigentlich sollte es das nicht, denn er hat mir so oft weh getan und so viel getan, was einfach nicht wieder gut zu machen ist. Bin ich zu sensibel? Habe ich ein zu großes Herz? Ich weiß es nicht. In zwei Tagen hat er Geburtstag. Wo er den wohl verbringen wird? Überlebt er den Winter? Wie geht es mit ihm weiter? Es macht mich unendlich fertig. Als ich ihn vorgestern getroffen habe, sah er normal aus. Etwas traurig und irgendwie angeschlagen, aber nicht wie ein richtiger Penner.
Trotzdem. Trotzdem. Verdammt, TROTZDEM tut es mir so weh. Ich komme mit dem Gedanken alleine einfach nicht klar.
Ich muss Verpflichtungen nachgehen. Arbeiten, lernen, arbeiten, lernen, rausgehen, und ich bin überfordert. Am liebsten würde ich nie wieder zum Psychiater gehen, nie wieder Tabletten nehmen, aber ich merke, dass ich sie momentan mehr denn je brauche. Gerade jetzt in der kalten Winterzeit brauche ich sie so sehr. Ich bin verletzt. Ich bin so unendlich traurig und fühle mich furchtbar. Furchtbar. Furchtbar.
Ich weiß, dass ich stark bleiben muss, und dass die Dinge nicht ewig so bleiben, wie sie sind. Ich weiß, dass auch bessere Zeiten kommen werden, aber verdammt, ich will so gerne, dass die besseren Zeiten jetzt kommen.
Es ist jetzt Jahre her, dass wir uns gesehen haben und ich denk echt oft an dich und deinen Blog. Deswegen bin ich heute mal wieder hier gelandet und hinterlasse dir einen Kommentar und direkt gesehen, dass du immer noch aktiv hier schreibst.
AntwortenLöschenIch wünsche dir die besseren Zeiten, so so sehr.
Ps: mein alter Blog hieß bin-was-ich-bin.blogspot.com, falls du verwirrt bist und dich fragst, wer ich bin. Vielleicht sagt es dir ja noch was.
Hannah, natürlich kenne ich dich noch.
AntwortenLöschenWie sehr ich deinen Blog geliebt habe! Es ist so schade, dass es ihn nicht mehr gibt.
Wir hätten uns sicher viel zu erzählen.