28 März 2018

Teure Bulimie

Aufwachen. Antidepressiva schlucken. Aufatmen. Nachgeben. 

Mein Verhalten macht mich arm. Mit dem letzten Geld, was ich habe, kaufe ich mir Essen. Mahlzeiten für fünf zubereiten. Stopfen, fressen, schlucken, für einen Moment steht die Welt still. Die warme Mahlzeit, die ich schlucke, ist wundervoll. Ich fühle mich lebendig. 
Für einen Moment. Im nächsten bin ich weg. Auf dem Weg zum Klo. Es ist widerlich. Die Kotze plumpst das Klo runter und ein wenig davon spritzt mir ins Gesicht. Ich habe nicht mehr daran gedacht, meine Haare zusammenzubinden, meine Haare bekommen auch etwas ab. Egal. Was ich angefangen habe, muss ich zu Ende bringen. 
Eine Stunde bin ich weg. Dann atme ich erleichtert auf. Fertig.
Das Antidepressiva ist auch weg, bevor es sich auflösen konnte. 
Rechnung nicht bezahlt. Kein Geld. Jemand muss mir was leihen. Für die Rechnung? Nein. Für meine Sucht. Pfandflaschen wegbringen, um mir noch etwas leisten zu können. Eine Verschwendung. Bulimie ist teuer, und es macht mich kaputt. Ich rede mit niemandem darüber. Mein Geheimnis, das mich eines Tages ins Grab bringen wird, wenn ich mir nicht helfen lasse. Aber ich kann einfach nicht. Noch nicht. Ich fühle mich weniger einsam, wenn ich mich zerstöre. 



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